Ich spreche oft über Coaching, persönliche Weiterentwicklung und darüber, wie sehr uns alte Muster, innere Antreiber und unausgesprochene Loyalitäten prägen können. Vielleicht hast du dich dabei schon einmal gefragt, wie es eigentlich bei mir selbst aussieht. Ob Coaching auch Teil meines eigenen Weges war und bis heute ist. Genau darüber möchte ich heute schreiben. Nicht, weil meine Geschichte eine Vorlage sein soll. Sondern weil sie vielleicht sichtbar macht, warum persönliche Entwicklung oft viel leiser beginnt, als wir glauben.
Mein erster Kontakt mit Coaching
Meine ersten Erfahrungen mit Coaching entstanden in einer Phase, in der ich selbst frisch in eine Führungsrolle gekommen war. Ich hatte damals das große Glück, selbst eine Führungskraft zu haben, die den Wert von Coaching nicht nur verstand, sondern aktiv förderte. Sie empfahl mir früh, mich in dieser neuen Rolle begleiten zu lassen. Rückblickend war das eine der wichtigsten Entscheidungen meines beruflichen Weges.
Denn gerade in Führungsrollen entstehen Spannungsfelder, auf die einen niemand vorbereitet. Besonders dann, wenn man plötzlich nicht mehr Kollegin, sondern Führungskraft ist. Erwartungen und Beziehungen verändern sich. Doch gleichzeitig versucht man oft weiterhin, allem gerecht zu werden.
Heute kann ich auch klarer sehen, wie sehr ich damals dazu geneigt habe, Verantwortung zu übernehmen, die eigentlich gar nicht meine war. Ich war schnell in den Themen anderer Menschen unterwegs, wollte Spannungen lösen, Probleme auffangen und alles möglichst gut machen. Mein eigener Perfektionsanspruch wurde genau dadurch immer weiter genährt. Irgendwann entsteht daraus das Gefühl, niemals wirklich genug zu tun. Ich durfte lernen, dass nicht jede Stimmung dich spüre, nicht jedes Gefühl das ich aufnehme in meine Verantwortung fallen.

Persönliche Entwicklung beginnt selten nur beruflich
Parallel dazu begann ich auch privat, mich intensiver mit persönlicher Weiterentwicklung zu beschäftigen. Zuerst über Bücher und Podcasts, später auch durch eigenes Coaching. Mit der Zeit wurde mir klar, dass berufliche Herausforderungen selten rein beruflich sind. Unsere Muster machen nicht an der Bürotür halt. Es gibt uns nicht getrennt in „privat“ und „beruflich“.
Vielleicht kennst du diesen Moment selbst. Den Moment, in dem du merkst, dass du sehr viel leistest und trotzdem ständig das Gefühl hast, nicht genug zu sein. Dass du Verantwortung übernimmst, obwohl du längst erschöpft bist. Oder dass du nach außen stark wirkst, während innerlich längst Zweifel oder Orientierungslosigkeit auftauchen.

Denkpause
Wann hast du für dich die Überzeugung übernommen, dass Stärke bedeutet, alles alleine schaffen zu müssen?
Für mich war genau das lange selbstverständlich. Ich glaubte, ich müsse funktionieren und alles selbst lösen. Und genau deshalb war Coaching für mich irgendwann nicht mehr nur ein berufliches Werkzeug, sondern ein Raum, in dem ich begonnen habe, mich selbst wirklich zu betrachten.

Warum Wissen alleine oft nicht reicht
Eine der wichtigsten Erkenntnisse auf diesem Weg war für mich, dass nachhaltige Veränderung selten dort entsteht, wo wir nur Wissen sammeln. Bücher, Podcasts oder Kurse können wertvolle Impulse geben. Doch zwischen einem verstandenen Gedanken und einer wirklich verankerten Veränderung liegt oft ein weiter Weg.
Denn persönliche Entwicklung bedeutet auch, den eigenen Mustern ehrlich zu begegnen. Dort hinzusehen, wo Zweifel sitzen, wo Erschöpfung auftaucht oder wo man merkt, wie lange man sich selbst übergangen hat.
Die Krise, die meinen Blick verändert hat
Ich kann heute offen sagen, dass ich einige sehr herausfordernde Lebensphasen ohne Coaching vermutlich nicht so bewältigt hätte, wie ich es letztlich konnte. Besonders in einer Phase, in der ich emotional und körperlich an meine Grenzen gekommen war. Damals glaubte ich zeitweise wirklich, dass es so nicht mehr weitergehen kann.
Genau diese Erfahrung hat meinen Blick auf Coaching nachhaltig verändert. Nicht als Werkzeug zur Selbstoptimierung, sondern als Möglichkeit, sich in schwierigen Lebensphasen begleiten zu lassen, wenn man alleine keinen klaren Zugang mehr zu sich selbst findet.
Vielleicht war genau das auch einer der Gründe, warum ich mich später entschieden habe, selbst die Ausbildung zur systemischen Coachin zu machen und diesen Weg mit der Ausbildung zur psychosozialen Beraterin zu vertiefen. Weil ich erleben durfte, was entstehen kann, wenn Menschen einen Raum bekommen, in dem sie nicht bewertet werden, sondern sich selbst wieder begegnen können. Und weil ich selbst erfahren habe, dass man aus Krisen gestärkt hervorgehen kann, obwohl man anfangs glaubt, es nicht zu schaffen.
Bis dahin war ich überzeugt gewesen, alles alleine schaffen zu müssen. Doch genau dieses „Alleine“ macht bestimmte Perspektivwechsel oft unmöglich. Weil wir unsere eigenen Muster von innen heraus nicht immer erkennen können.
Was systemische Arbeit für mich bedeutet
Vielleicht liegt genau darin einer der wichtigsten Punkte systemischer Arbeit, nicht vorschnell Lösungen zu produzieren, sondern zuerst sichtbar zu machen, welche innere Logik hinter bestimmten Verhaltensweisen überhaupt wirkt.
Denn vieles, was uns heute erschöpft, war irgendwann einmal eine hilfreiche Strategie.
Vielleicht war Anpassung einmal Sicherheit, war Leistung einmal Zugehörigkeit und war Funktionieren einmal notwendig.
Und genau deshalb lassen sich solche Muster nicht einfach „wegdenken“.
Ich merke heute, dass ich resilienter, gelassener und mehr bei mir angekommen bin. Nicht, weil plötzlich alles leicht geworden wäre. Sondern weil ich gelernt habe, meine eigenen Bedürfnisse ernster zu nehmen und mich selbst nicht mehr permanent zu übergehen.
Ein Perspektivenwechsel
Vielleicht beginnt persönliche Entwicklung nicht dort, wo wir uns optimieren. Sondern dort, wo wir aufhören, permanent gegen uns selbst zu arbeiten.
Wann Menschen zu mir ins Coaching kommen
Eine Frage, die mir in meiner Arbeit immer wieder gestellt wird, lautet: „Ist mein Thema überhaupt groß genug für Coaching?“ Und ehrlich gesagt zeigt allein diese Frage oft schon, wie sehr viele Menschen gelernt haben, ihre eigenen Belastungen kleinzureden.
Wenn dich ein Thema gedanklich immer wieder beschäftigt, wenn du innerlich darum kreist oder spürst, dass etwas in dir keine Ruhe findet, dann darf das Raum bekommen.
Menschen kommen zu mir:
- Weil sie sich überlastet fühlen.
- Weil sie merken, dass ihre berufliche Aufgabe nicht mehr erfüllt und sie einen anderen Weg einschlagen wollen.
- Bei Konflikten aller Art.
- Wenn es darum geht sich in eine neue berufliche Rolle einzufinden.
- Bei Veränderungen in einem Lebensbereich.
- Bei Entscheidungen, bei welchen sie nicht weiterkommen.
- Wenn sie merken, dass Glaubenssätze gibt, die sie immer wieder aufhalten.
- Bei persönlichen und beruflichen Krisen.
Und diese Liste ist nicht abschließend. Das sind nur jene Themen, die sich am häufigsten wiederholen.
Ich selbst habe Coaching nie als Zeichen von Schwäche gesehen. Sondern als einen Raum, in dem Entwicklung möglich wird. Einen Raum, in dem man nicht funktionieren muss.
Nicht, weil mit uns etwas falsch ist. Sondern weil wir manchmal jemanden brauchen, der mit uns gemeinsam hinsieht, wo wir alleine längst nur noch im Kreis denken.

Wenn du merkst, dass du alleine nicht mehr weiterkommst bei deinen Themen, dann melde dich gerne bei mir. In einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch am Telefon schauen wir dann, ob ich dich begleiten kann.
Drei Fragen zum Weiterdenken
Zum Abschluss gebe ich dir noch drei Reflexionsfragen mit:
- Für welche Dinge fühlst du dich verantwortlich, obwohl sie eigentlich nicht in deiner Verantwortung liegen?
- Welche Rolle spielt dein Perfektionsanspruch möglicherweise in deinem Bedürfnis nach Sicherheit oder Anerkennung?
- Was würde passieren, wenn du nicht mehr alles alleine tragen müsstest?


