Stopp mit Vergleichen – warum dich dein innerer Dialog mehr erschöpft als dein Alltag

Ein Mensch der sich vergleicht

Wünschst du dir auch manchmal, du könntest so funktionieren wie andere in deinem Umfeld? Du beobachtest Menschen, die scheinbar alles durchhalten sowie durchziehen und dabei wirkt es nach außen oft noch mühelos.

Währenddessen kämpfst du in deinem Inneren einen ganz eigenen Kampf, den niemand sieht. Du fragst dich, warum dich die gleichen Dinge so viel Kraft kosten. Warum du immer wieder Pausen brauchst, warum dich manches tiefer berührt oder schneller überfordert als andere. Und irgendwann schleicht sich der Gedanke ein, dass du vielleicht einfach nicht belastbar genug bist.

Doch was wäre, wenn genau hier ein anderer Impuls ansetzen darf?
Was, wenn mit dir nichts falsch ist?
Was, wenn es nicht an dir liegt?

Vielleicht kannst du meine Wahrnehmung nachvollziehen, dass dauerhafter Stress längst normal für uns geworden ist. Dass Anspannung einfach dazugehört und kaum noch hinterfragt wird. Wir bewegen uns in einem Umfeld, in dem Erschöpfung beinahe als Auszeichnung gilt, weil sie zeigt, dass man in all seinen Rollen perfekt abliefert. Anerkennung bekommen häufig diejenigen, die scheinbar alles im Griff haben und den Erwartungen entsprechen. Und wenn jemand nicht mehr kann, wird schnell die individuelle Schwäche gesucht, um eine Antwort zu haben.

Die unsichtbare Kraft des Vergleichens

Wenn dein Körper oder deine Seele irgendwann streiken, heißt es rasch, du seist zu sensibel oder nicht belastbar genug. Dir wird in einem Nebensatz geraten, mehr auf dich zu schauen oder dich einmal zu entspannen. Doch dieser Rat steigert meist das Gefühl der Unzulänglichkeit, auch wenn er meist gut gemeint ist, schiebt er dir gefühlt auch gleichzeitig die Schuld an deinem Zustand zu.

Dabei hast du vielleicht nur sehr lange stark sein wollen, ohne wahrzunehmen, wie viel du tatsächlich trägst. Du hast gelernt, dich zusammenzureißen, weiterzumachen und zu lächeln. Auch wenn es sich innerlich längst nicht mehr ausgeht für dich.

Ein Teil dieser Erschöpfung entsteht durch etwas, das oft ganz leise beginnt, durch das ständige Vergleichen.

Du vergleichst dein Innenleben mit der Außenwirkung anderer.
Du siehst ihre Leistung, ihre Energie sowie ihre Souveränität. Was du nicht siehst, sind ihre Zweifel, ihre Ängste oder ihre inneren Kämpfe.

Und genau hier darf ein bewusster Stopp mit dem Vergleichen ansetzen.
Denn während du dich vergleichst, läuft in dir ein innerer Dialog ab, meist kritisch und in den seltensten Fällen wohlwollend.

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

  • „Bei anderen schaut das alles so leicht aus.“
  • „Ich muss mich nur mehr anstrengen.“
  • „Ich darf mir keine Schwäche erlauben.“
  • „Es reicht noch nicht.“

Dieser Dialog begleitet dich Tag für Tag, oft unbemerkt, er wird so zum inneren Soundtrack deines Lebens.

Ein Mensch der sich vergleicht

Wie dein innerer Dialog dein Erleben prägt

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle.
Unsere Gefühle prägen unser Verhalten.
Und unser Verhalten gestaltet letztlich unseren Lebensweg.

Wenn dein innerer Dialog stark von Perfektionismus, Selbstzweifeln oder Gefallen wollen geprägt ist, entsteht ein dauerhafter Druck. Du arbeitest gegen deine eigenen Bedürfnisse, gegen deine Grenzen und manchmal sogar gegen deine Werte. Das kostet dir deine Energie, häufig mehr, als die äußeren Anforderungen selbst.

Viele Menschen, die ich begleite, wirken nach außen stark, verlässlich und kompetent. Innerlich fühlen sie sich jedoch zunehmend leer oder zerrissen. Nicht, weil sie zu schwach sind, sondern weil sie über lange Zeit gelernt haben, ihre eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen und sich dabei auch noch ständig mit anderen Menschen vergleichen.

Typische innere Antreiber können dabei sein:

  • „Ich bin nur wertvoll, wenn ich leiste.“
  • „Ich muss es allen recht machen.“
  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Ich muss alles alleine schaffen.“

Solche Überzeugungen entstehen nicht zufällig. Sie sind eingebettet in familiäre, berufliche und gesellschaftliche Systeme. Denn systemisch betrachtet bewegen wir uns nie isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit unserem Umfeld.

Darstellung des negativen innerlichen Dialogs

Stopp des Vergleiches als Akt der Selbstführung

Dieses Vergleichen zu stoppen bedeutet nicht, dass du dich von der Welt abwendest oder plötzlich nichts mehr wahrnimmst. Es bedeutet, dass du beginnst, dich selbst wieder mitzudenken. Dich als Individuum von den anderen zu unterscheiden. Wir haben alle unterschiedliche Voraussetzungen und Ressourcen, schon alleine deshalb hinkt jeder Vergleich.

Wir können unsere durch und durch leistungsorientierte Gesellschaft nicht von heute auf morgen verändern. Aber du kannst beginnen, deine Beziehung zu dir selbst zu verändern. Und das ist ein kraftvoller Schritt in Richtung Selbstführung.

Das bedeutet hinzuschauen:

  • auf Muster, die dich schon lange begleiten
  • auf innere Stimmen, die sehr laut geworden sind
  • und auf Bedürfnisse, die vielleicht viel zu lange gewartet haben

Dabei geht es nicht darum, dich zu optimieren oder leistungsfähiger zu machen. Es geht darum, bewusster zu werden. Du darfst entdecken, dass du die Antworten bereits in dir trägst.

Stop den negativen inneren Dialog

Drei erste Schritte zurück zu dir

Vielleicht fragst du dich, wie du beginnen kannst. Drei erste Impulse können sein:

1. Höre dir selbst bewusst zu.
Achte darauf, was du dir in herausfordernden Momenten erzählst. Allein dieses Wahrnehmen verändert bereits etwas.

2. Hinterfrage deine Gedanken.
Ist das wirklich wahr? Oder ist es eine alte Geschichte, die du übernommen hast? Würdest du mit einer guten Freundin genauso sprechen?

3. Formuliere deinen inneren Dialog behutsam neu.
Nicht schönredend, sondern realistisch und wohlwollend. Deine kritischen Stimmen müssen nicht verschwinden, aber sie dürfen ergänzt werden durch eine unterstützende Perspektive.

Wenn du aufhörst, dein Innenleben permanent mit der Außenwirkung anderer zu vergleichen, entsteht Raum. Raum für deine Werte, deine Bedürfnisse und deine Energie. Und oft kehrt genau dadurch ein Stück Kraft zurück, weil du beginnst, dich selbst ernst zu nehmen.

Drei Schritte zu dir selbst.

Hast du dich wieder erkannt?

In dem Gefühl, zwischen unterschiedlichen Rollen aufgerieben zu sein. In der latenten Müdigkeit, obwohl du nach außen alles im Griff hast. In der leisen Frage, wo du selbst in deinem eigenen Leben geblieben bist.

Und vielleicht ist es kein Zufall, dass dich dieses Thema gerade berührt.

Dieser Stopp mit dem Vergleichen kann der Moment sein, in dem du dich selbst wieder ernst nimmst. In dem du anerkennst, dass deine Sensibilität auch eine Stärke ist. In dem du dir erlaubst, Unterstützung anzunehmen, ohne es als Schwäche zu bewerten.

Veränderung beginnt selten laut. Oft beginnt sie mit einem ehrlichen Innehalten und der Entscheidung, dir selbst zuzuhören. Und vielleicht darf es genau jetzt ein Stück anders werden.

Herzlichst,
Deine Petra

Warum wir bei unserem Auto regelmäßig das Pickerl machen, doch unsere mentale Gesundheit hinten anstellen

Mit unserem Auto fahren wir regelmäßig zum Service und machen auch brav das Pickerl. Wir achten darauf, dass unsere Elektrogeräte gewartet werden, damit sie nicht frühzeitig den Geist aufgeben. Selbstverständlich kümmern wir uns auch um unsere Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt. Denn uns ist bewusst: Wenn wir zu lange warten, wird es teurer, aufwendiger oder etwas geht endgültig kaputt. Außerdem ist es uns wichtig, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Doch es gibt einen Bereich in unserem Leben, den wir gern einmal ignorieren. Einen Bereich, in dem wir Warnsignale übersehen, kleinreden oder auf später verschieben.

Unsere mentale Gesundheit.

Der blinde Fleck, den wir uns selbst gegenüber haben

Auch hier gibt es Anzeichen, wie zum Beispiel:

  • eine anhaltende Erschöpfung, die einfach nicht mehr verschwinden mag
  • ein Angstgefühl im Bauch, das täglich drückt
  • ein leiser Widerstand gegen das eigene Leben, der alles schwer und mühsam macht
  • das Gefühl, nur noch zu funktionieren und sich selbst verloren zu haben
  • eine innere Unruhe, die es fast unmöglich macht, einmal eine Pause einzulegen
  • ein schlechtes Gewissen, das Tag und Nacht an dir nagt und dir das Gefühl gibt, in keinem Lebensbereich gut genug zu sein
  • ein Gedankenkarussell, das sich immer schneller dreht und dir zunehmend Angst macht

Sozusagen ein innerlicher Kampf, der Tag und Nacht tobt. Einer, der dich untertags nicht rasten lässt und auch zur Schlafenszeit nicht zur Ruhe kommen lässt.

Dein innerer Dialog hört sich dann wahrscheinlich so an:

  • Ich muss einfach nur durchhalten.
  • Das geht schon wieder vorbei.
  • Andere schaffen das ja auch.

So, als wäre unsere mentale Gesundheit etwas, das sich von selbst reguliert, wenn wir nur lange genug die Zähne zusammenbeißen. Wir versuchen immer weniger hinzuhören und lenken uns von diesen Anzeichen ab. Und nichts geht in der heutigen Zeit so leicht wie Ablenkung, wenn wir ehrlich sind, oder? Am Handy scrollen, streamen oder einfach noch mehr arbeiten – egal, ob im Beruf oder im Haushalt. Alles Möglichkeiten, um nur ja nicht dorthin zu fühlen, wo es sich unangenehm anfühlt.

Wenn Durchhalten zur einzigen Strategie wird

Damit mich hier niemand falsch versteht: Das alles ist kein Zeichen von Schwäche. Denn gerade die Menschen, die in diese Situation kommen, sind oft jene, die in ihrem Leben viel geschafft haben und erfolgreich sind. Sie gelten als stark, verantwortungsbewusst, engagiert und sind für andere immer da. Sogenannte Felsen in der Brandung.

Gerade ihnen fällt es meiner Erfahrung nach besonders schwer, ehrlich auf sich selbst und das eigene Leben zu schauen, wenn es innerlich nicht mehr rund läuft. Sich einzugestehen, dass man müde ist, nicht mehr weiterweiß oder vieles im Leben sich nicht mehr stimmig anfühlt, ist für sie eine Hürde, die oft unüberwindbar scheint.

Hier möchte ich ganz klar betonen: Sich um die eigene mentale Gesundheit zu kümmern und anzuerkennen, dass dort gerade nicht alles rund läuft, ist kein persönliches Versagen. Es sind Signale, die gehört werden wollen. Signale, die vielleicht schon viel zu lange übergangen wurden.

Mentale Gesundheit geht nicht „plötzlich kaputt“

So wie ein Motor nicht ohne Vorwarnung stehen bleibt, gerät auch unsere mentale Gesundheit selten von einem Tag auf den anderen aus dem Gleichgewicht. Es ist ein schleichender Prozess über einen längeren Zeitraum. Einen, den du selbst durch viele kleine Anpassungen und innere Parolen hinausgezögert hast, indem du immer wieder deine eigenen Bedürfnisse hintangestellt hast.

Das geht so lange, bis irgendwann dieser Moment kommt, in dem klar wird:

So kann es nicht weitergehen.

Und das nicht, weil du kaputt bist. Sondern weil du zu lange funktioniert hast und deine mentale Gesundheit immer wieder auf später verschoben hast.

Eine Erinnerung: Es ist dein Leben …

Jetzt muss ich entgegen meiner Art ein bisschen härter zugreifen: … und dieses ist endlich.

Unsere Zeit hier ist nicht unbegrenzt. Und genau das ist meiner Meinung nach ein Grund, uns selbst ernst zu nehmen und uns mit derselben Akribie und derselben Aufmerksamkeit zu begegnen wie allen anderen Dingen in unserem Leben.

Dabei rede ich keinesfalls davon, dass du zu einer vollkommenen Egoist:in werden sollst, die nur mehr auf sich selbst schaut. Das meine ich nicht. Eine wundervolle Coachin hat einmal einen augenöffnenden Satz zu mir gesagt:

Du kannst für deine Liebsten nur in dem Ausmaß da sein, wie du es dir wünschst, wenn es dir selbst gut geht.

Dieser Satz hat gesessen und beinhaltet für mich ganz viel Wahrheit. Wenn wir in all den Rollen, in denen wir leben, nicht ausbrennen wollen, dann dürfen wir auch auf uns schauen. Dann dürfen wir wahrnehmen, dass etwas in uns gerade nicht stimmig ist, und uns das genauer ansehen. Sozusagen ein mentales Service für uns selbst.

Ja, auch das ist oft anstrengend, und die Opferrolle ist meist viel gemütlicher. Doch es geht um dich, um deine Gesundheit und um dein Leben. Und das ist meiner Meinung nach jede Mühe wert.

Denn wenn wir nicht hinschauen, wird unsere Seele irgendwann unseren Körper mit Beschwerden vorschicken, weil wir ihr nicht zuhören. Ich kann euch nur sagen: Ich habe in meiner Ausbildung zwei wunderbare Physiotherapeutinnen kennengelernt, die genau deshalb ihre Expertise durch eine Coachingausbildung ergänzt haben – weil viele Themen nicht rein auf der körperlichen Ebene zu lösen sind.

Eine Einladung zum Innehalten

Es geht also nicht darum, etwas zu reparieren, sondern darum, hinzuschauen. Einmal in dich selbst hineinzuhören: Was ist gerade los in mir? Was brauche ich wirklich? Zu hinterfragen, was deine Gedanken dir den ganzen Tag erzählen, und deine Bedürfnisse wieder kennenzulernen.

Vielleicht magst du dir einen Moment Zeit nehmen und dich fragen:

  • Was in meinem Leben kostet mich im Moment besonders viel Energie?
  • Welche Gedanken wiederholen sich immer wieder in meinem Kopf?
  • Welche Warnleuchten blinken bei mir mental schon länger?
  • Was würde sich verändern, wenn ich mir selbst mit derselben Fürsorge begegnen würde wie allen anderen?
  • Was sind meine Bedürfnisse?

Es geht nicht darum, sofort Antworten zu haben. Manchmal reicht es, die richtigen Fragen zuzulassen und damit einen Prozess in Gang zu setzen. Unser Gehirn hat die wunderbare Fähigkeit, gestellte Fragen beantworten zu wollen. Gib dir Zeit, höre genau hin – Antworten werden kommen. Denn alle Antworten sind bereits in dir, du darfst ehrlich und offen hinhören.

Du musst da nicht alleine durch

Ganz wichtig ist mir dabei auch diese Botschaft: Sich begleiten zu lassen bedeutet nicht, dass du es nicht alleine schaffen würdest. Es bedeutet, dass du dir erlaubst, nicht alles alleine tragen zu müssen. Mentale Gesundheit braucht Aufmerksamkeit, Raum und manchmal jemanden, der dich beim Hinschauen begleitet. Es fällt uns manchmal auch leichter, mit einer dritten, neutralen Person über deine mentalen Themen zu reden, jemanden, der nicht aus deinem Umfeld ist.

Vielleicht ist genau das dein erster kleiner Service-Termin für dich selbst.

Herzlichst,
Deine Petra

Jahresrückblick 2025 – Wenn du diesem Jahr eine Frage stellen könntest…

… welche würde das sein?
Was darfst du alles entdecken, wenn du dir einen Rückblick gönnst?

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu.
Für mich ist das eine wertvolle Gelegenheit, das eigene Tun und Handeln sowie die Geschehnisse des eigenen Lebens bewusst zu reflektieren.

Ganze 365 Tage liegen fast hinter uns.
Wenn wir diese Tage als Buchseiten betrachten, dann liegt nun ein ganzer Roman vor uns.

Blättere doch einmal bewusst zurück in diesem Buch.
Du wirst feststellen, dass sich wieder einiges getan hat in diesem Jahr.
Schöne und lustige Momente voller Liebe und Freude.
Tage, an denen du den Alltag geschupft hast.
Herausforderungen in unterschiedlichsten Ausprägungen, die du gemeistert hast und die zu Beginn vielleicht unüberwindbar schienen.

Du hast die schönen Momente genossen und bist an den ungemütlichen gewachsen.
Es ist spannend, sich all das noch einmal vor Augen zu führen.
Der zeitliche Abstand schenkt dir die Möglichkeit, aus einer ganz anderen Ebene auf das zu schauen, was war.
Dein Blick ist klarer.

Du kannst die schönen Momente erkennen und dafür einfach dankbar sein. Und du kannst die fordernden, vielleicht unangenehmen Situationen durch eine andere Brille betrachten. Gerade hier eröffnet dir die Rückschau die Möglichkeit zu entdecken, welche Chancen zum Wachstum in diesen Erlebnissen gelegen haben.
Auch wenn sich das vielleicht im ersten Moment ungewohnt anhört, du darfst beginnen, das Gute in herausfordernden Zeiten zu sehen.
Was durftest du lernen?
Was vielleicht loslassen?

Oft liegen genau an diesen Wendepunkten die größten persönlichen Entwicklungsschritte.
Vielleicht findest du hier dein ganz persönliches Wachstum im Jahr 2025.
Alles, was du in deiner Jahresreflexion für dich erkennen kannst, darfst du als Ressourcen mit ins neue Jahr nehmen.

Gerade die Dankbarkeit für das, was war und für das, was du lernen durftest kann dich im kommenden Jahr stärken.
Sie kann deine Resilienz erhöhen.
Auch 2026 wird es Situationen geben, die dich fordern, doch vielleicht machen sie dir dann weniger Angst. Denn in deinem persönlichen Jahresrückblick findest du die Beweise dafür, dass du schon vieles geschafft hast und vor allem, dass du es wieder schaffen kannst.

Doch das ist noch nicht alles.
Wenn du dich wirklich auf die Rückschau einlässt und mit einem ehrlichen, klaren Blick hinschaust, kannst du erkennen, wo dein Leben mit deinen Werten, Stärken und Lebenszielen übereinstimmt.
Und wo vielleicht nicht mehr.


Meist fehlt diese Übereinstimmung genau dort, wo es sich 2025 nicht mehr stimmig angefühlt hat.
Dort, wo etwas schwer wurde.
Wo Widerstand spürbar war.
Wo sich innerlich etwas gemeldet hat, das gehört werden möchte.
Diese Lebensbereiche sind Hinweise darauf, womit du dich 2026 näher beschäftigen darfst.

Deine Jahresreflexion ist die Basis für deine Wünsche und Ziele für 2026.
Du bekommst die Möglichkeit zu erkennen, wovon du mehr in deinem Leben haben möchtest und wovon weniger.
Was vielleicht ganz neu in dein Leben treten darf.
Aus diesen Erkenntnissen kannst du mögliche Handlungen erkennen, die wirklich zu dir passen und dich bei deiner persönlichen Weiterentwicklung unterstützen.

Ein ganzes Jahr zu betrachten, kann sich anfangs überwältigend anfühlen.
Deshalb bekommst du von mir eine kostenlose Unterstützung.
Ich habe für dich eine Unterlage mit 15 Fragen zur Jahresreflexion vorbereitet, die dich durch deinen Rückblick begleiten und dir helfen, den Fokus zu halten.
Fragen, mit denen du dich achtsam auf deine persönliche Jahresrückschau begeben kannst.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass alle Antworten bereits in dir vorhanden sind.

Ich wünsche dir einen wundervollen, ehrlichen und erkenntnisreichen Rückblick sowie einen  guten Start ins neue Jahr 2026.

P.S.: Sollten in deiner Reflexion Themen auftauchen, bei denen du spürst, dass du alleine nicht weiterkommst, melde dich gerne bei mir.

Du musst nicht alles alleine mit dir ausmachen.
… nicht alles alleine schaffen.

Eine schrecklich nette Familie …

… und warum unsere Ursprungsfamilie unser Berufsleben stärker prägt, als wir denken.

Wieso triggert mich die Aussage meiner Vorgesetzten so sehr?
Wieso bekomme ich Herzklopfen, sobald ein Konflikt im Raum steht?
Wieso glaube ich immer noch, nur perfekt sei gut genug?
Und weshalb fällt es mir so schwer, „Nein“ zu sagen“?

Vielleicht kennst du diese Fragen aus deinem Arbeitsalltag. Viele Menschen merken erst spät, dass die Muster, die sie im Job begleiten wie zB Perfektionismus, People Pleasing, Harmoniestreben oder die Angst vor Konflikten, nicht einfach berufliche Eigenschaften sind, sondern familiäre Muster im Job, die ihren Ursprung viel früher haben.

Viele meiner Coachees beschreiben ähnliche Momente, oft mit einem leisen schlechten Gewissen, weil sie „doch eigentlich wissen sollten, wie man damit umgeht“. Und gleichzeitig spüren sie: Irgendwas an diesen Reaktionen sitzt tiefer.

In der systemischen Arbeit schauen wir genau dorthin, wertschätzend, ohne Bewertung, ohne vorschnelle Lösung. Denn wir alle sind Teil verschiedener Systeme.

Gang in einem Bürogebäude mit einem Rucksack mit allen Familienbildern und Notizzetteln.

Wir bewegen uns nie ohne unsere Systeme – auch nicht im Büro

Aus systemischer Sicht sitzt in einem Coaching nie nur ein Mensch. Es sitzt auch die Ursprungsfamilie mit im Raum, die Kernfamilie, frühere Rollen, unausgesprochene Loyalitäten, geerbte Werte und Glaubenssätze.

Genau diese familiären Prägungen beeinflussen heute oft unbewusst:

  • unser Konfliktverhalten im beruflichen Kontext,
  • unser Führungsverständnis,
  • wie wir Grenzen setzen oder eben nicht,
  • wie wir mit Autorität umgehen,
  • warum wir Verantwortung übernehmen (manchmal zu viel),
  • warum Perfektionismus uns antreibt,
  • und weshalb wir im Job oft funktionieren, statt in Verbindung mit uns selbst zu bleiben.

Diese Muster entstehen selten im beruflichen Umfeld. Sie beginnen in unserer Ursprungsfamilie. Wir tragen diese Themen nicht bewusst durch die Welt. Sie wirken eher wie ein innerer Kompass, der still in die Richtung zeigt, die wir von früher kennen.

Schreibtisch mit Notebook und einem alten Kompass.

Kein Schuldzuweisen – sondern ein Sichtbarmachen von Mustern

Wenn wir über familiäre Prägungen sprechen, geht es niemals darum, in die Opferrolle zu rutschen oder Eltern zu „beschuldigen“. Es geht um etwas viel Wertvolleres, nämlich um zu verstehen, wo Muster entstanden sind, die heute dein berufliches Leben beeinflussen.

  • Welche Muster waren damals wichtig – und wieso funktionieren sie heute nicht mehr?
  • Welche Rollen hast du übernommen, die im Beruf unbewusst weiterlaufen?
  • Welche Werte hast du geerbt, die dich heute eher einengen als stärken?

Wenn diese Muster, Rollen und Werte  für dich sichtbar werden, dann erhältst du damit die Chance, daran zu arbeiten. Wenn du dich fragst, wie du diese überhaupt entdecken kannst, dann lies einfach weiter.

Das Genogramm: Ein systemisches Tool, das familiäre Muster im Job sichtbar macht

Ein Genogramm ist eine visuelle Darstellung von mindestens drei Generationen deiner Familie. Es zeigt Beziehungen, Rollen, Brüche, Werte, Loyalitäten und Wiederholungen.

Hier geht es nicht nur darum, wer zu deiner Familie gehört, sondern wie diese Menschen miteinander in Beziehung standen:

  • welche Rollen sie übernommen haben
  • wie Konflikte gelöst oder vermieden wurden
  • welche Werte dort galten
  • welche Brüche oder Wiederholungen sichtbar werden
  • welche Berufe, Karrierewege oder Autoritätsmuster sich durch die Generationen ziehen

Beim Betrachten eines fertigen Genogramms tauchen oft überraschende Aha-Momente auf: „Jetzt ergibt so vieles Sinn.“

Diese Erkenntnisse sind kein Urteil über deine Herkunft, es handelt sich vielmehr um eine Einladung, dich selbst besser zu verstehen.

Notizbuch mit einem angedeutedem Genogramm

Warum diese Muster im Beruf plötzlich laut werden

Gerade Menschen, die im Außen stark wirken, die immer verlässlich sind, spüren irgendwann, dass ihr inneres System beginnt zu rebellieren. Alles was bisher immer gut für sie funktioniert hat, passt nicht mehr zu den tatsächlichen Bedürfnissen.

Typische Auswirkungen dieser tief verankerten Prägungen:

  • wiederkehrende Konflikte mit Vorgesetzten
  • das Gefühl, nie genug zu sein
  • Überforderung durch zu viel Verantwortungsübernahme
  • Unsicherheiten in Führungspositionen
  • berufliche Erschöpfung trotz Erfolg
  • das Gefühl, sich im Team klein zu machen
  • Selbstzweifel trotz hoher Kompetenz

Diese Muster sind nicht deine „persönliche Schwächen“. Es handelt sich dabei um übernommene familiäre Strategien.

Und was passiert dann im Coaching?

Wenn du erkannt hast, welche familiären Muster im Job wirken, kann ich dir verschiedene Möglichkeiten anbieten, wie du mit dem Ergebnis weiterarbeiten kannst. Immer auf einer wertschätzenden Basis und niemals mit fertigen Lösungen.

Zum Beispiel mit:

  • Aufstellungen
  • Dem Innerem Team
  • Glaubenssatzarbeit
  • Wertearbeit
  • Timeline-Arbeit
  • Ressourcenaktivierung

Das Ziel ist nicht, dich effizienter oder leistungsfähiger zu machen.
Es geht darum, deine inneren Ressourcen wiederzufinden, die unter all den Erwartungen und Rollen begraben wurden, dich wieder in Verbindung mit dir selbst zu bringen. Genau das, was Menschen in der Mitte ihres Lebens so dringend brauchen, wenn die alten Rollen nicht mehr passen.

Aufstellung am Systembrett

Was sich verändert, wenn Muster sichtbar werden

Sobald du beginnst deine Herkunft und die dadurch bedingten Prägungen zu erstehen, beginnt eine Veränderung in dir. Er eröffnen sich dir neue Handlungsmöglichkeiten:

  • Du kannst aufhören, gegen deine eigenen Muster anzukämpfen.
  • Du kannst erkennen, welche Regeln nicht mehr deine sind.
  • Du entdeckst neue Wahlmöglichkeiten.
  • Du kannst Entscheidungen treffen, die von innen kommen – nicht aus alten Loyalitäten.
  • Du erlaubst dir Grenzen, Leichtigkeit, Ruhe und Klarheit.
Eine gesprengte Kette und ein Zettel

Eine kleine systemische Reflexionsfrage zum Schluss

Welche Regeln, die du heute im Beruf befolgst, stammen eigentlich nicht von dir – sondern aus deiner Herkunftsfamilie?

Und: Welche davon dienen dir noch – und welche engen dich eher ein?

Was kommt in dir auf, nach dem Lesen dieses Textes?
Fallen wir selbst Muster, Glaubenssätze und Prägungen auf, welche dein berufliches Leben beeinflussen?
Bekommst du Lust, selbst einmal einen Blick auf deine Ursprungsfamilien zu werfen?

An dieser Stelle kommt eine meiner Kernbotschaften:
Du musst das nicht alleine schaffen!

Gerade im Bereich der Ursprungsfamilie macht es Sinn, sich begleiten zu lassen. Denn die Tools aus der Lebens- und Sozialberatung sowie aus dem systemischen Coaching können hier eine Unterstützung bei der Begleitung bieten.

Herbst ist, wenn der Kalender überläuft – und das Jahr zu kurz wird

Draußen färben sich die Blätter, die Luft wird kühler, das Licht weicher.
Die Natur bereitet sich auf den Rückzug vor.
Nur dein Kalender geht über.
Termine reihen sich aneinander, Projekte wollen abgeschlossen werden, noch schnell vor Jahresende.
Zwischen Meetings, To-dos und Erwartungen jagt ein Tag den nächsten. Du planst, verschiebst, strukturierst – und doch scheint die Zeit immer knapper zu werden.
Dein Kopf läuft auf Hochtouren, das Gedankenkarussell dreht sich weiter – selbst nachts.

Und irgendwo zwischen allem fragst du dich:
Wie soll ich das alles schaffen?

Kommt dir das bekannt vor?

Der stille Druck im Hintergrund

Du willst allem gerecht werden.
Du willst zuverlässig, stark, professionell sein.
Du willst es richtig machen.

Vielleicht kennst du diese Gedanken:

  • „Ich muss jetzt noch mal Gas geben.“
  • „Ich muss für alle da sein.“
  • „Ich muss das Jahr stark zu Ende bringen.“
  • „Ich muss weitermachen, sonst geht sich nicht mehr alles aus.“

Dieses kleine Wort – MUSS – hat große Macht.
Es schränkt dich ein, nimmt dir Spielraum, lässt keinen Raum für dich. Es erzeugt Druck, und dieser Druck kostet Kraft.

Du funktionierst weiter, auch wenn du spürst, dass du längst über deine Grenzen gehst. Du sagst „Ja“, obwohl in dir alles „Nein“ schreit.
Du organisierst, schiebst, erledigst – und streichst lieber deine eigene Zeit, um noch mehr zu schaffen.

Denn du musst ja … oder?

Wenn dein Außen perfekt scheint, dein Inneres aber müde ist

Nach außen bist du die, die alles im Griff hat.
Innen wächst das Gefühl, dass es so nicht weitergeht.
Das Gedankenkarussell dreht sich, du führst Listen, um nichts zu vergessen – und verlierst dabei das Wichtigste: dich selbst.

Vielleicht ist das der Moment, in dem du innehalten darfst.

Was, wenn der Herbst dich ruft, loszulassen?

Der Herbst zeigt uns, wie Veränderung geht:
Die Natur zieht sich zurück, lässt los – nicht, weil sie aufgibt, sondern um Kraft zu sammeln.
Nur wer Altes loslässt, kann im Frühling neu aufblühen.

  • Was wäre, wenn du dir erlaubst, langsamer zu werden?
  • Wenn du Erholung nicht erst dann zulässt, nachdem alles geschafft ist – sondern damit du weitermachen kannst?
  • Wenn du Pausen als Teil deines Erfolgs siehst?
  • Wenn du dir zugestehst, einfach mal zu sein – ohne etwas leisten zu müssen?

Selbstfürsorge ist kein Rückzug – sie ist Stärke

Diese Reflexion ist bereits ein Schritt in Richtung Selbstfürsorge – oder, wie ich es im Coaching oft nenne, Selbstführung.

Du darfst auf dich schauen.
Nicht, um weniger zu tun, sondern um bewusster zu wirken.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd solche Phasen sind.

In einem meiner eigenen systemischen Coachings hatte ich eine Schlüsselerkenntnis, die vieles verändert hat:

„Ich kann nur dann für andere da sein, wenn es mir gut geht.“

Wenn du deine Energie schützt, stärkst du nicht nur dich, sondern auch alle, die dir wichtig sind.
Das ist keine Schwäche – das ist wahre innere Stärke.

Aus dem „Ich muss“ darf ein „Ich will“ werden

Ersetze das Wort „muss“ einmal durch ich „will“ oder ich „möchte“ – und spüre den Unterschied.

Plötzlich entsteht Raum.
Entscheidungsfreiheit. Leichtigkeit.

Das ist der Beginn deiner Selbstführung – der Moment, in dem du wieder Einfluss nimmst auf dein Leben, statt dich von Erwartungen lenken zu lassen.

Ein leiser Neuanfang

Vielleicht ist dieser Herbst eine Einladung.
Nicht, um noch mehr zu tun –
sondern um weniger zu müssen.

Um dir selbst zuzuhören.
Um zu erkennen, dass du genug bist – auch, wenn du gerade müde bist.
Um dich daran zu erinnern, dass Rückzug kein Stillstand ist, sondern ein Akt des Aufladens.

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, auf dich zu schauen –
nicht, um zu funktionieren, sondern um wieder zu leben,
dann darf dieser Herbst dein Wendepunkt sein.

Veränderung beginnt mit kleinen Schritten

Echte Veränderung braucht Zeit.
Sie geschieht nicht über Nacht – sondern Schritt für Schritt.
Wenn du hinsiehst, wirst du entdecken, dass du bereits viele Ressourcen in dir trägst:
Kraft, Mut, Klarheit.

Frage dich:

  • Wie sprichst du mit dir selbst?
  • Wo erzeugst du inneren Druck, den niemand von dir verlangt?
  • Wo sagst du Ja, obwohl du Nein meinst?
  • Welche Termine dürfen warten?
  • Und was tut dir wirklich gut?

Manchmal liegt der größte Wandel in einem einzigen neuen Gedanken.

Du musst nicht alles alleine schaffen

Du darfst dir Unterstützung holen, um hinzuschauen, was du wirklich brauchst.
Denn alles, was du suchst, trägst du bereits in dir.

Manchmal braucht es nur jemanden, der dich begleitet, bis du es wieder spürst.
Ich begleite dich gern auf diesem Weg im Coaching – ein Raum für dich, der dich stärkt, klärt und zu dir selbst zurückführt.

In deinem Tempo.
In deinem Rhythmus.
Damit du wieder bei dir ankommst –
und von dort aus weitergehst.

Wenn du spürst, dass dich dieser Text berührt,
dann ist das vielleicht dein Zeichen, dir selbst Raum zu schenken.
Ich lade dich herzlich ein, dir ein unverbindliches Erstgespräch zu buchen –
um herauszufinden, was du gerade brauchst, um wieder in Balance zu kommen.

Herzlichst,
deine Petra

Regelmäßig gibt es bei mir neue Blogartikel zu lesen – hier kommst du zu meinen bereits veröffentlichten Texten:

Wenn du mit mir in Kontakt treten möchtest:

Deine Freiheit beginnt in der Reiz-Reaktions-Lücke

Auf der einen Seite ein Mann, welcher wutentbrannt ist. Auf der anderen Seite ein gelassener Mann.

Jemand kritisiert dich.
Eine Kolleg:in, eine Mitarbeiter:in – vielleicht auch deine Partner:in.
Ein Satz. Ein Vorwurf.
Und du spürst, wie es dich trifft.
Wie ein Stich, der dich sofort in Bewegung setzt.

Noch bevor du nachdenken kannst, bist du mitten drin:
Du rechtfertigst dich.
Oder gehst in den Gegenangriff.
Vielleicht erinnerst du an alte Situationen, in denen die andere Person im Unrecht war.
Du merkst, wie Emotionen dich überrollen – und gleichzeitig spürst du, dass diese Reaktion gar nicht zu dir passt.
Dass du dich in diesem Moment selbst verlierst.
Und doch – du kannst nicht mehr zurück.
Du bist schon gefangen in diesem Kreislauf aus Angriff, Verteidigung und Schuld.

Kommt dir das bekannt vor?

Hast du dich schon einmal dabei ertappt, wie du reagierst – obwohl du es gar nicht wolltest?
Wie du innerlich denkst: „Warum tue ich das gerade?“ – und trotzdem weitermachst?
Diese Momente fühlen sich oft ohnmächtig an. Und doch tragen sie eine leise Einladung in sich – die Einladung, die Reiz-Reaktions-Lücke bewusst wahrzunehmen.

Eine Lücke kann eine Hilfe sein

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und Freiheit.“

— Viktor Frankl

Viktor Frankl war ein österreichischer Neurologe und Psychiater. Er entwickelte seine psychotherapeutische Theorie vor allem nach seinen Erfahrungen in den Konzentrationslagern des Zweiten Weltkriegs. In seinem Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ beschreibt er eindrücklich, dass selbst unter den extremsten Bedingungen eine innere Freiheit bleibt: die Freiheit, eine Haltung zu wählen.

Diese Reiz-Reaktions-Lücke – dieser Raum zwischen dem, was dich trifft, und dem, wie du reagierst – ist vielleicht der kraftvollste Ort in deinem Inneren. In diesem Raum liegt deine Freiheit. Die Freiheit, bewusst zu entscheiden, wie du antworten willst, statt automatisch zu reagieren.

Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn dich etwas reizt – ein bestimmter Tonfall, ein Blick, ein Satz. Und plötzlich läuft ein inneres Programm ab, das du gar nicht bewusst gestartet hast. Diese Muster haben oft mit alten Erfahrungen zu tun, mit inneren Überzeugungen oder einem tiefen Bedürfnis nach Anerkennung.

Doch genau hier beginnt Veränderung:
In dem Moment, in dem du dir erlaubst, kurz innezuhalten.

In der Reiz-Reaktions-Lücke entsteht Raum für Bewusstsein, für Selbstreflexion und Achtsamkeit im Alltag. Und genau dieses Bewusstsein schafft Wahlmöglichkeiten – ein erster Schritt zu emotionaler Intelligenz und innerer Freiheit.

Darstellung Reiz-Reaktions-Lücke

Systemische Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Was löst dieser Moment wirklich in mir aus?
  • Was versuche ich, durch meine Reaktion zu schützen oder zu verteidigen?
  • Was würde geschehen, wenn ich einfach nur kurz atme – ohne sofort zu antworten?

Wie du die Reiz-Reaktions-Lücke trainieren kannst

Du kannst diesen inneren Raum Schritt für Schritt stärken – wie einen Muskel, der mit der Zeit wächst. Hier ein paar Ideen dazu, wie das funktionieren kann:

  • Achtsamkeit im Alltag.
    Atme bewusst ein und aus, bevor du reagierst. Manchmal reicht schon ein Atemzug, um den Autopiloten zu stoppen.
  • Wahrnehmen statt bewerten.
    Spüre, welche Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen ein Reiz bei dir auslöst.
    Was genau passiert in dir, bevor du reagierst?
  • Pausen einbauen.
    Nimm dir eine Pause heraus, indem du innerlich bis zehn zählst, kurz den Raum verlässt oder dich entscheidest, eine Nacht darüber zu schlafen.
    Sag dir innerlich: „Ich darf mir Zeit lassen.“
    Manchmal ist „Ich melde mich später dazu“ der mutigste Satz, den du sagen kannst.
  • Reflexion am Abend.
    Ermögliche es dir, dich selbst besser kennenzulernen:
    • Wo habe ich heute automatisch reagiert?
    • Wo hätte ich mir mehr Zeit zum Atmen gewünscht?

Ein Journaling-Ritual kann dich dabei unterstützen, diese kleinen Lücken bewusster wahrzunehmen und wachsen zu lassen. Beim Schreiben können wir den Fokus auf die gestellten Fragen besser halten und nachhaltiger reflektieren. Zum Thema Journaling gibt es auch schon einen ausführlichen Blogartikel.

Diese Übungen fördern deine emotionale Intelligenz und helfen dir, in stressigen Momenten bewusst präsent zu bleiben – eine Fähigkeit, die einerseits im Coaching für Führungskräfte, aber auch in allen anderen Bereichen und Rollen von zentraler Bedeutung ist.

Auf der einen Seite ein Mann, welcher wutentbrannt ist. Auf der anderen Seite ein gelassener Mann.

Wie ich im Coaching mit dieser Lücke arbeite

In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, wie kraftvoll es ist, diesen Raum bewusst zu betreten.

Führungskräfte lernen, impulsive Reaktionsmuster zu erkennen – gerade in herausfordernden Situationen, in denen sie sonst automatisch handeln würden.

Teams erleben, dass Konflikte an Tiefe und Qualität gewinnen, wenn sie innehalten, bevor sie antworten.

Viele meiner Coachees – ob Führungskraft oder nicht – entdecken in dieser Arbeit ihre ganz eigene Art, mit Emotionen, Erwartungen und Stress umzugehen. Sie beginnen, bewusster zu wählen, was sie sagen, wie sie handeln und was sie loslassen dürfen. Weiters entdecken sie ihre eigenen Strategien, sich eine Pause zwischen Reiz und Reaktion zu gönnen.

Diese Form von Selbstführung fühlt sich oft an wie: endlich wieder bei sich selbst ankommen.

Vielleicht magst du dir diese Fragen stellen:

  • Wo in meinem Alltag reagiere ich schnell?
  • Was würde entstehen, wenn ich mir erlaube, kurz innezuhalten?
  • Welche Freiheit könnte darin liegen, mir selbst diese Pause zu schenken?

Eine Einladung für dich

Die Reiz-Reaktions-Lücke ist kein abstraktes Konzept – sie ist eine Einladung, bewusster zu leben. Sie erinnert dich daran, dass du auch dann eine Wahl hast, wenn sich alles in dir nach Automatismus anfühlt.

Wenn du spürst, dass du dich in diesen Situationen wiedererkennst – und dass du dir wünschst, diese Lücke für dich zu erweitern, dann darfst du wissen:

Du musst das nicht allein herausfinden.

Im Coaching begleite ich dich in einer fragenden, achtsamen Haltung – ohne Bewertungen, ohne vorgefertigte Lösungen. Ich halte dir den Raum, in dem du deine eigene Art findest, mit Reizen, Emotionen und Entscheidungen umzugehen.

Warum „immer stark sein“ zu innerer Erschöpfung führt

Es ist Montagmorgen.
Der Wecker klingelt viel zu früh.
Du bist noch müde, aber dein Kopf rattert sofort los: Frühstück für die Kinder, später noch der Elternabend und dazwischen in der Arbeit das Meeting, bei dem du unbedingt perfekt vorbereitet sein möchtest.
Du atmest tief durch, ziehst dich an, setzt dein Lächeln auf und startest in den Tag.

Nach außen wirkt es, als hättest du alles im Griff.
Als wärst du ein Mensch, den man um alles bitten kann.
Du bist immer zuverlässig, kompetent und stark.
In deinem Umfeld sehen dich viele als Fels in der Brandung.

Und irgendwie bist du das alles auch – nur in deinem Inneren fühlt es sich längst anders an: nach emotionaler Überlastung.

Außen stark – innerlich erschöpft

Vielleicht erkennst du dich darin wieder:

  • Du hältst alles am Laufen.
  • Du wirst für deine Stärken beruflich und privat sehr geschätzt.
  • Alle verlassen sich auf dich.

Doch wenn du abends ins Bett fällst, spürst du, dass deine Kraft längst nicht mehr dieselbe ist. Da ist diese innere Müdigkeit, die nicht verschwindet – egal, wie sehr du dich anstrengst. Oft fällt es dir auch schwer einzuschlafen, weil sich das Gedankenkarussell um all deine Aufgaben so schnell dreht.

Viele, die stark wirken, tragen diese Müdigkeit in sich.

Du fragst dich vielleicht:
Wie lange halte ich das noch durch?
Und wo bleibe ich dabei eigentlich selbst?

Der unsichtbare Preis der Stärke

„Immer stark sein“ klingt nach Bewunderung und Anerkennung – und doch hat das Ganze auch eine belastende Seite für dich.

Denn hinter dieser Stärke stecken oft:

  • das Bedürfnis, niemanden zu enttäuschen,
  • die Angst, Schwäche zu zeigen,
  • die Überzeugung, alles allein schaffen zu müssen,
  • das Gefühl, perfekt funktionieren zu müssen, und/oder
  • der Glaube, dass du nur noch ein bisschen mehr leisten musst, dann passt wieder alles wie früher.

Diese Muster haben dich weit gebracht – und dafür darfst du ihnen auch danken.
Doch heute kosten sie dich mehr Energie als früher und führen zur inneren Erschöpfung.

Ein systemischer Blick: Wo verlierst du deine Energie?

Im systemischen Coaching schauen wir nicht nur auf dich, sondern auch auf die Systeme, in denen du dich bewegst – inklusive der Beziehungen und Dynamiken darin.
Auch Glaubenssätze, Erwartungen und alte Muster kommen in den Blick.

Vielleicht helfen dir diese Fragen, eine erste Bewegung in dein Denken zu bringen:

  • Wenn deine Erschöpfung eine Stimme hätte – was würde sie dir sagen wollen?
  • Wessen Erwartungen erfüllst du eigentlich, wenn du immer stark bist – deine eigenen oder die der anderen?
  • Welche Situationen laugen dich aus?
  • Wo sagst du Ja, obwohl dein Inneres Nein schreit?
  • Was würde dein Leben leichter machen, wenn du dir erlaubst, nur ein kleines Stück Verantwortung abzugeben?

Du musst nicht alles alleine tragen

Viele, die nach außen stark wirken und ihre innere Erschöpfung erkennen, haben sich den Glaubenssatz angeeignet:
„Ich darf keine Schwäche zeigen.“

Doch die Wahrheit ist:
Du bist nicht schwach, wenn du dir Unterstützung erlaubst – du bist mutig.
Du übernimmst Verantwortung für dich selbst und deine mentale Gesundheit.

Stärke bedeutet nicht, immer alles allein zu tragen.
Stärke bedeutet, sich selbst nicht zu vergessen – sie zeigt sich in Selbstfürsorge.

Vielleicht wundert es dich…

… dass du in diesem Artikel keine Tipps und Tricks bekommst, wie du diesen Zustand schnell auflösen kannst. Keine allgemeingültige Lösung in die Hand gedrückt bekommst.
Das liegt daran, dass es die im systemischen Coaching nicht gibt.

Denn erstens trägst du deine Antworten bereits in dir.
Und zweitens bist du die Expert:in für dein Anliegen.

Als Coachin stelle ich dir einen sicheren Raum zur Verfügung und begleite dich mit einer fragenden Haltung. So bekommst du die Möglichkeit, deine eigene passende Lösung und individuelle Strategien zu finden.

Ganz wichtig:
Du brauchst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln – manchmal reicht ein erster kleiner Schritt.

Was mir wichtig ist

Mir ist es ein Anliegen, in meinen Artikeln Impulse zum Nachdenken sowie Möglichkeiten zur Reflexion oder zum Perspektivenwechsel anzubieten.
Manchmal teile ich auch eigene Learnings – wenn es zum Thema passt.

Doch Ratschläge wirst du hier nicht finden.

Ich wünsche mir, dass du dich in meinen Texten wiedererkennst und vielleicht eine Idee für deinen nächsten Schritt daraus mitnimmst.

Und wenn es der Fall ist, dass du dich hier selbst wieder erkannt hast, dann darfst du wissen:

Du bist damit nicht allein.

Viele Menschen, die nach außen stark wirken, spüren genau diese innere Erschöpfung.
Und manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem großen Schritt – sondern mit der Entscheidung, dir Unterstützung zu erlauben.

Wenn du spürst, dass du nicht mehr alles alleine tragen möchtest, begleite ich dich gerne dabei, wieder bei dir selbst anzukommen – und deine eigenen Antworten zu finden.

Berufliche Unzufriedenheit – warum Veränderung oft in uns selbst beginnt

Viele Menschen erreichen in ihren späten Dreißigern oder Vierzigern einen Punkt, an dem der Job sie nicht mehr erfüllt bzw. einfach nicht mehr passt. Die Freude fehlt, die Motivation sinkt, und manchmal schleicht sich der Gedanke ein: „War’s das schon?“

Die gute Nachricht: Solche Gefühle sind kein Zeichen von persönlichem Scheitern – sondern ein Hinweis darauf, dass sich etwas in deinem Leben verändern will. Und oft beginnt diese Veränderung nicht im Außen, sondern in dir selbst.

Typische Anzeichen: Wenn der Job plötzlich nicht mehr passt

„Schon wieder Montag …“ – und allein der Gedanke daran, aufzustehen, löst eher Schwere als Vorfreude aus. Du sitzt vor dem Laptop, fühlst dich frustriert, unzufrieden und antriebslos. Obwohl du ein schönes und erholsames Wochenende hattest, kannst du einfach keine Energie für deinen Job aufbringen.

Im Laufe des Tages merkst du, wie dich Kleinigkeiten aufregen. Freude und Leichtigkeit verschwinden, stattdessen überwiegen Ärger und negative Gedanken. Vielleicht fällt dir schon selbst auf, dass du fast ausschließlich kritisch über deine Arbeit sprichst.

Diese berufliche Unzufriedenheit nimmst du mit in deine Freizeit: zu Hause erzählst du nur noch, wie schlimm alles im Job ist, deine Gedanken kreisen auch immer wieder um dieses Thema. Schritt für Schritt legt sich ein grauer Schleier voller Frustration über alle Lebensbereiche.

Vielleicht fühlst du dich, als würdest du nur noch „funktionieren“. Oder du erreichst Ziele, die auf dem Papier großartig aussehen – aber innerlich bleibt die Leere. Solche Momente sind typisch. Sie zeigen: Was früher gepasst hat, stimmt heute nicht mehr. Viele Menschen zwischen Ende 30 und 40 erleben genau diese berufliche Midlife-Crisis – du bist damit nicht allein.

Warum nicht jeder Ausweg ein Jobwechsel sein muss

Die naheliegende Lösung scheint oft: „Dann kündige ich eben.“ Manchmal aus Protest, um ein Zeichen zu setzen. Doch die erste Ernüchterung folgt schnell: Statt großer Aufmerksamkeit wird die Kündigung schlicht hingenommen – und man selbst einfach ersetzt.

Noch schwerer wiegt: Manche stellen nach einem Jobwechsel fest, dass die alte Unzufriedenheit bald wieder da ist. Warum? Weil die eigentliche Ursache nicht nur in der beruflichen Tätigkeit oder im Unternehmen liegt, sondern tiefer – in den eigenen Mustern, Bedürfnissen und Sichtweisen.

Darum lohnt es sich, bevor du im Außen große Schritte gehst, im Inneren genau hinzuschauen.

Perspektivenwechsel: Was liegt wirklich in deiner Hand?

Ein hilfreiches Modell dafür ist der Circle of Control:

  • Circle of Control (Bereich der Kontrolle): Alles, worauf du direkten Einfluss hast – deine Gedanken, Handlungen, Reaktionen, Entscheidungen.
     
  • Circle of Influence (Bereich des Einflusses): Faktoren, auf die du teilweise Einfluss hast – zum Beispiel Beziehungen im Team oder deine Arbeitsweise im Projekt.
     
  • Circle of Concern (Bereich der Bedenken): Dinge, die dich beschäftigen, die aber außerhalb deiner Kontrolle liegen – etwa die Wirtschaftslage, strategische Entscheidungen der Führung oder die Meinung anderer.

Viele Menschen investieren ihre Energie im Bereich der Bedenken – und fühlen sich dadurch ohnmächtig. Der Perspektivenwechsel gelingt, wenn du dich fragst:

  • Worauf habe ich jetzt direkten Einfluss?
  • Was kann ich loslassen, weil es außerhalb meiner Kontrolle liegt?

Allein dieser Schritt schafft Klarheit und bringt dich zurück in deine Handlungsfähigkeit.

Reframing: Was kann diese Situation noch bedeuten?

Oft ist es nicht die Situation selbst, die uns lähmt – sondern unsere Bewertung, geprägt durch Erfahrungen und Muster. Genau hier hast du Gestaltungsmacht: Deine Gedanken liegen in deinem Einflussbereich.
 
Auch wenn es Übung braucht, kannst du durch Reframing eine innere Veränderung anstoßen:

  • Was kann diese Situation noch für mich bedeuten?
  • Was ist das Gute an dieser Situation?
  • Welche Chancen kann ich erkennen?
  • Wenn diese Phase ein Lernfeld wäre – was könnte sie mir zeigen?
     

Reframing bedeutet, den Blickwinkel zu verändern – und darin eine neue Bedeutung zu entdecken.

Annahme statt Widerstand: Wie du neue Energie gewinnst

Vielleicht kennst du das: Je stärker du deine Situation innerlich ablehnst, desto mehr Energie verlierst du. Am Abend bist du erschöpft, obwohl der Tag objektiv nicht übermäßig anstrengend war. Dinge, die dir eigentlich guttun würden – etwa ein inspirierendes Buch, Journaling oder das Recherchieren nach Weiterbildungen – bleiben liegen. Stattdessen landest du erschöpft auf der Couch.

Widerstand macht müde – Annahme dagegen öffnet Türen.

Wichtig: Annahme bedeutet nicht Resignation. Es heißt vielmehr: „Ja, so ist es gerade – und von hier aus starte ich.“ Damit holst du dir Schwung für deine persönliche Weiterentwicklung und deine berufliche Veränderung.

Erst wenn du die Realität akzeptierst, entsteht Raum für bewusste Entscheidungen:

  • Welche Muster möchte ich im Inneren auflösen?
  • Wo stehe ich gerade in meinem Veränderungsprozess?
  • Ist jetzt die Zeit für einen äußeren Schritt gekommen?

Innere Veränderung als Schlüssel zur beruflichen Klarheit

Jede nachhaltige berufliche Veränderung beginnt im Inneren:

  • Wenn du Muster erkennst und löst, kannst du im bestehenden Job oft wieder klarer und zufriedener arbeiten.
  • Manchmal zeigt sich aber auch: Jetzt ist der Moment für eine neue Rolle oder ein neues Kapitel.

So oder so – der Weg führt über deine persönliche Weiterentwicklung. Nicht die äußeren Umstände bestimmen allein deine Zufriedenheit, sondern die Art, wie du mit diesen umgehst. Auch wenn es im ersten Moment unbequem ist, dich deinen eigenen Themen zu stellen: Nur so entsteht nachhaltige Veränderung.

Es gibt auch Veränderungen welche durch Herausforderungen angestoßen werden. Mehr dazu findest du in diesem Artikel.

Dein nächster Schritt: Orientierung finden und wachsen

Berufliche Unzufriedenheit ist kein Endpunkt, sondern ein Signal.

Sie will dir sagen: Etwas darf sich verändern.

Du hast es selbst in der Hand, in welche Richtung sich dein Leben weiterentwickelt.

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.

Als systemische Coachin begleite ich dich dabei, deine Muster zu erkennen, Perspektiven zu wechseln und deine eigene Lösung zu finden – eine Lösung, die wirklich zu dir passt.

Herausforderungen im Leben meistern: Warum schwierige Zeiten großes Wachstumspotenzial in sich tragen können

Garantiert kennt ihr die Funktion am Smartphone, die euch regelmäßig Fotos aus eurem Album als Erinnerungen anzeigt. Ich muss gestehen: Ich mag diese Funktion sehr gerne. Sie spielt mir immer wieder besondere Momente in den Alltag ein und erinnert mich daran, was mir wichtig ist.

Vor kurzem, als mir erneut solche Bilder vorgeschlagen wurden, habe ich überlegt, in welchen Lebensphasen ich mich damals befand. Dabei fiel mir auf, dass viele dieser Zeiten durchaus herausfordernd waren – und doch lache ich auf den Fotos und erinnere mich noch heute an die glücklichen Momente mit Familie und Freunden.

Mir wurde in dem Moment bewusst: Egal wie groß oder unüberwindbar Herausforderungen manchmal scheinen, es gibt in jeder Phase auch Lichtblicke, die uns Kraft geben. Nie ist das Leben nur schwarz oder weiß – es sind die vielen unterschiedlichen Farbschattierungen, die unser es so einzigartig machen. Da ich mir ziemlich sicher bin, dass jeder von uns immer wieder vor kleinen oder größeren Herausforderungen steht, kam der Wunsch in mir auf, diese Erkenntnis hier mit euch zu teilen.

Warum schwierige Zeiten wichtig für unser Wachstum sind

Wenn wir ehrlich zurückblicken, stellen wir fest: Genau in den Momenten, in denen das Leben unbequem oder oft so gar schmerzhaft wurde, haben wir uns am meisten weiterentwickelt. Nicht immer ganz freiwillig vielleicht und doch gehen wir am Ende etwas stärker, größer und bewusster daraus hervor. Herausforderungen sind wie ein Spiegel, der uns unsere Grenzen zeigt – und gleichzeitig die Chance eröffnet, über uns hinauszuwachsen.

Ein Modell, das ich sehr eindrücklich finde, ist die Einteilung in Komfortzone, Angstzone und Wachstumszone:

  • Komfortzone
    Hier fühlen wir uns sicher. Routinen und Abläufe geben uns Stabilität. Doch zu lange in dieser Zone zu bleiben, bedeutet Stillstand – wahres persönliches Wachstum passiert hier kaum.
  • Angstzone
    Sobald wir die Komfortzone verlassen, spüren wir Unsicherheit, Zweifel und manchmal sogar Angst zu scheitern. Diese Phase ist unangenehm, aber notwendig. Sie konfrontiert uns mit unseren Grenzen und bringt Lernprozesse in Gang.
  • Wachstumszone
    Wenn wir Ängste überwinden, gelangen wir in die Wachstumszone. Hier entwickeln wir Selbstvertrauen, neue Fähigkeiten und entdecken Potenziale, die uns vorher verborgen waren.

Eine passende Metapher dafür ist für mich das Bild einer Bergwanderung: Es gibt gemütliche Abschnitte, die uns Kraft tanken lassen – doch die steilen, anstrengenden Wege sind es, die uns stärker machen und uns über uns hinauswachsen lassen. So gemütlich, schön und harmonisch die Komfortzone auch sein mag, wenn wir uns nur in ihr bewegen, werden wir uns nicht wirklich weiterentwickeln.

Meine persönlichen Learnings aus herausfordernden Zeiten

In den letzten Jahren habe ich für mich einige Strategien entwickelt, die mir in schwierigen Lebensphasen helfen, meine Resilienz zu stärken. Diese teile ich gerne hier mit dir:

  • Egal wie herausfordernd eine Situation ist: Es gibt immer Dinge, für die man dankbar sein kann.
  • Achtsamkeit üben – darauf achten, was ich gerade wirklich brauche und mir genau auch wirklich gewähren.
  • Vertrauen, dass jede Phase auch wieder vorbeigeht.
  • Reframing: Eine Situation aus einer neuen Perspektive betrachten und die Chancen darin erkennen.
  • Mit vertrauten Menschen sprechen und Gefühle zulassen.
  • Eigene Emotionen bewusst wahrnehmen, durchleben und dann wieder loslassen.
  • Journaling, um Gedanken zu sortieren und innere Ruhe zu finden.
  • Unterstützung durch Coaching annehmen.
  • Bewusst Zeit mit Menschen verbringen, die mir guttun.
  • Lesen und Podcasts hören für neue, bestärkende Impulse.

Diese Punkte sind natürlich keine allgemeingültigen Regeln, sondern meine ganz persönlichen Erfahrungen. Jeder Mensch hat andere Wege, mit Herausforderungen umzugehen – und das ist auch gut so. Vielleicht stimmst du der einen oder anderen Strategie zu. Es freut mich auch richtig, wenn du in dieser Liste eine Inspiration für dich selbst findest.

Wann professionelle Unterstützung wichtig ist

Es gibt verschiedene Abstufungen von Herausforderungen: Manche lassen sich mit eigenen Ressourcen oder im Austausch mit dem Umfeld gut meistern. Doch manchmal merken wir, dass wir alleine nicht weiterkommen. An dieser Stelle kann es wichtig sein, sich professionelle Unterstützung zu suchen zB im Coaching. Mir ist es wichtig, immer wieder zu betonen, dass man nicht alles im Leben alleine mit sich selbst ausmachen muss. Die Begleitung von einer neutralen Person, die nicht ein Teil des eigenen Systems ist, eröffnet einen neuen sicheren Raum an Möglichkeiten sowie oft auch die Chance neue Perspektiven zu gewinnen.

Ich spreche hier nicht von psychischen Erkrankungen. Solltest du davon betroffen sein, empfehle ich dir von Herzen, dich an spezialisierte Fachpersonen (zB Psychotherapeut:innen) zu wenden.

Fazit: Herausforderungen als Chancen für Wachstum

Das Leben stellt uns immer wieder vor neue Aufgaben. Manche sind klein und leicht zu meistern, andere fordern uns richtig stark heraus. Doch genau dort, wo es unbequem wird, liegt auch eine Möglichkeit für persönliches Wachstum.

Wenn wir lernen, die kleinen Lichtmomente zu sehen, Achtsamkeit zu üben und uns Unterstützung zu holen, können wir selbst in schwierigen Zeiten Resilienz entwickeln und gestärkt daraus hervorgehen.

Natürlich interessieren mich deine Erfahrungen und Strategien für diese Lebensphasen. Schreib mir gerne unter office@steinbauer-coaching.at.

Abschalten in Freizeit und Urlaub – Warum Präsenz im Hier & Jetzt für Führungskräfte unverzichtbar ist

Sonnencreme auf der Haut, ein leises Meeresrauschen im Hintergrund. Der perfekte Moment – und trotzdem kreisen die Gedanken um das letzte Meeting, das kritische Projekt, den vollen Posteingang. Vielleicht noch schnell die E-Mails checken? Es dauert doch nur fünf Minuten…

Kommt dir das bekannt vor?

Ich begleite viele Führungskräfte – und ich kenne es auch aus meiner eigenen Erfahrung: Abschalten will gelernt sein. Besonders dann, wenn der Kopf rund um die Uhr auf „Leistung“ programmiert ist und der Körper im Autopilot durch den Alltag läuft. Doch gerade jetzt – in der Sommerzeit, wenn wir in den Urlaub starten – ist es eine Einladung, sich wieder bewusst dem Moment zuzuwenden. Das ist keine esoterische Phrase, sondern eine echte Ressource für dich als Mensch und Führungskraft.

Warum Führungskräfte so schwer loslassen können

Führung bedeutet Verantwortung. Entscheidungen treffen, Orientierung geben, vermitteln zwischen den verschiedenen Stakeholdern. Und das jeden Tag. Viele meiner Klient:innen berichten mir, dass sie selbst im Urlaub gedanklich in der Firma bleiben – oft aus einem tiefen Pflichtgefühl heraus. Der Kopf arbeitet weiter, auch wenn die Füße im Sand stecken.

Dazu kommt: Wer es gewohnt ist, Dinge zu kontrollieren, empfindet Loslassen schnell als Kontrollverlust. Ruhe kann sich fast bedrohlich anfühlen, weil plötzlich Raum entsteht für Fragen, die man im Alltag erfolgreich verdrängt hat:

Bin ich überhaupt noch bei mir?

Was brauche ich gerade?

Wofür mache ich das alles?

Doch genau darin liegt das Potenzial. Denn echte Präsenz entsteht nicht im Tun, sondern im Sein.

Erholung ist kein Luxus – sie ist Führungskompetenz

Viele Menschen warten darauf, dass ihnen ihr Körper ihnen ein Stoppsschild aufstellt, welches sich durch Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafprobleme etc. zeigt. Doch soweit braucht es nicht kommen.

Erholung ist nicht „nett, wenn es sich ausgeht“ – sie ist Voraussetzung für nachhaltige Leistungsfähigkeit. Wer langfristig führen will, muss lernen, sich selbst gut zu führen. Und das heißt auch: Grenzen setzen, Rituale pflegen sowie innerlich abschalten lernen. Das ist kein Egoismus, sondern Fürsorge. Für dich – und für dein Team.

5 kleine Impulse, um im Urlaub (und im Alltag) präsenter zu sein

  1. Bewusstes Ankommen
    Stell dir vor, du steigst innerlich aus dem Hamsterrad aus. Setz dich am ersten Urlaubstag ganz bewusst hin und frage dich: Was lasse ich jetzt los? Was darf für die nächsten Tage ruhen?

  2. Digitale Hygiene
    Plane im Urlaub bewusst auch eine digitale Auszeit ein – zumindest von den beruflichen Dingen. Das bedeutet kein Blick ins E-Mail-Postfach, keine Push-Benachrichtigungen und auch den kleinen roten Zähler bei der E-Mail-App ausschalten. Wenn dir das jetzt noch zu viel ist, dann plane einfach feste Zeiten für Mails ein, damit du nicht ständig auf Abruf bist.

  3. Kleine Pausen statt Endlos-Wellness
    Es müssen nicht drei Wochen am Meer sein. Manchmal reichen 10 Minuten auf dem Balkon, barfuß im Gras gehen oder der bewusste Fokus auf den eigenen Atem. Präsenz entsteht oft in den kleinen Momenten. Es hört sich so simpel an, doch gerade das bewusste Wahrnehmen vom gegenwärtigen Moment ist für die meisten von uns eine große Herausforderung. Einfach nur das annehmen was gerade ist und den eigenen Atem wahrnehmen. Zur Ruhe kommen und sich nicht dauernd ablenken. Darin liegt so viel Kraft.

    Das wird auch nicht sofort funktionieren, darum bau dir hier nicht den nächsten Druck auf. Man darf diese bewusste Präsenz und Achtsamkeit immer wieder üben. Wenn man dran bleibt, dann wird dies immer leichter von der Hand gehen und der Effekt deiner kleinen Pause wird immer größer.

  4. Gedanken parken
    Ein Notizbuch oder eine App zum „Gedanken auslagern“ hilft, den Kopf zu entlasten. Schreibe auf, was dich beschäftigt – und sag dir bewusst: Ich kümmere mich später darum.

  5. Verantwortung teilen
    Wer ständig erreichbar bleibt, sendet ein Signal an sein Umfeld: Ich bin unersetzlich. Doch gute Führung zeigt sich auch darin, Verantwortung zu teilen und Vertrauen ins Team zu setzen – auch (und gerade) im Urlaub.
     

Dein kostenloses Urlaubs-Journal

Als Unterstützung im Urlaub, habe ich ein eigenes kostenloses Urlaubs-Journal erstellt.

In diesem Journal ist für 14 Tage Platz, um täglich eine Innenschau zu machen, um Gedanken los zu lassen oder für später zu parken. Es sind für jeden Tag zwei Seiten vorhanden, einmal für den Start in den Tag und einmal für den Tagesabschluss am Abend.

Natürlich sind diese Seiten nicht nur im Urlaub anwendbar, sondern auch im Alltag, wenn das Gefühl hochkommt nicht abschalten zu können.

Du musst das nicht alleine schaffen

Manche Menschen können sich leicht abgrenzen. Andere tragen Verantwortung wie einen unsichtbaren Rucksack – Tag und Nacht. Und das ist okay. Wir sind alle verschieden. Du darfst selbst entdecken, was für dich gut funktioniert.

Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht zur Ruhe kommst, dass der Urlaub dich eher stresst als stärkt oder du dich selbst irgendwo verloren hast – dann bist du nicht gescheitert. Du bist einfach an einem Punkt angekommen, an dem neue Strategien hilfreich sind.

Genau hier können wir im Coaching ansetzen. Es geht nicht um Patentrezepte. Sondern um echte, tiefgreifende Lösungen, die zu dir passen. Ich arbeite systemisch – das heißt, ich sehe dich im Zusammenhang mit deinem Umfeld, deiner Rolle, deinen inneren Dynamiken. Und ich begleite dich dabei, wieder in deine Kraft zu kommen – auf eine Weise, die alltagstauglich, nachhaltig und zutiefst menschlich ist.

Meine Einladung an dich

Dieser Sommer ist mehr als ein paar Seiten oder Tabs in deinem Kalender. Er kann ein Wendepunkt sein. Vielleicht kein dramatischer – aber ein stiller, kraftvoller und vor allem nachhaltiger. Einer, an dem du beginnst, dich selbst wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Nicht als Ego-Trip, sondern als bewusste Entscheidung: Für mehr Energie, mehr Klarheit und mehr Freude – auch im Job.

Ich wünsche dir einen Sommer, der dich nährt. Und wenn du bereit bist, neue Wege für deine innere Balance zu gehen, begleite ich dich gern.

Herzlich,

Petra